General Wüst feuert seine Mitarbeiter
Wenn das Arbeitgericht Düsseldorf am kommenden Mittwoch (16. Dezember) die Klagen der vier gekündigten Mitarbeiter behandelt, die CDU-Mann Wüst gefeuert hat, werden sich beim Arbeitsrichter wohl alle Nackenhaare sträuben. Was auf der Homepage des WDR zu den Kündigungsgründen steht, reicht noch nicht mal für eine Abmahnung aus. So hat es jedenfalls ein Anwalt kommentiert, der eine gekündigte Mitarbeiterin der CDU NRW vertritt. Wüst sollte besser sein eigenes Fehlverhalten überprüfen und zurücktreten!
WDR-Homepage Aktionsvideo über Wüst(e)-Abzocke Aktionsfotos
CDU-Mitarbeiterin klagt gegen Rauswurf
Trotzt Regen ließen sich Mitglieder der Bocholter Linken nicht davon abhalten und sammelten am Samstag in der Fußgängerzone am Neutor-Platz 5,43 Euro. Nicht etwa für einen sozialen Zweck, sondern für CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst, der nach seiner Gehalts-Affäre Anlass für diese Aktion gab (Wüst hatte nach einer Medienanfrage eingeräumt, dass er vom Landtag seit 2006 zu viel an Zuschüssen zur Kranken- und Pflegeversicherung erhalten habe). Bei näheren hinsehen war jedoch jedem vorbeikommenden Passant klar, dass dies nur eine symbolische Sammelaktion war. Auf Pappschildern war zu lesen: „Straßensammlung. CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst in großer Not. Bitte spenden Sie!“ oder „Wüst in die Wüste. Jeder Hartz-VI-Bezieher muss penibel abrechnen, da sonst harte Sanktionen drohen. Feine Menschen aus Politik und Wirtschaft hingegen, mit dem so genannten weißen Kragen, genießen Artenschutz und lächeln freundlich.“ und „Mein Gewissen ist rein – denn ich habe es noch nie benutzt.“
Links-Jugend-Sprecher Alexander Kopietz, der als Nikolaus verkleidet war, verteilte an Kinder kleine Schokoladen-Nikoläuse. Seine Rute sei für Wüst bestimmt, sagte der Bocholter und richtete seinen Blick auf Wüst sein Foto, das in Großformat auf dem Infotisch neben der Sammelbüchse lag. Auch Rainer Sauer, Pressesprecher der Bocholter Linken und Landtagskandidat im Wüst sein Wahlkreis, nahm kein Blatt vor dem Mund und forderte wiederholt Wüst seinen Rücktritt. „Wer sich mit Geldern der Steuerzahler über mehrere Jahre die Taschen voll stopft, hat im Landtag nichts mehr verloren. Der Mann ist Jurist, der muss bemerkt haben, wenn er doppelt kassiert“, sagte Sauer.
Bärbel Beuermann, die Spitzenkandidatin der NRW-Linken zur Landtagswahl im nächsten Jahr, ließ es sich nicht nehmen und machte bei der Aktion mit. Besonders erfreut zeigte sich Stadtverbandssprecherin Anita Lohberg darüber, dass Beuermann ihren ersten Wahlkampfauftritt nach ihrer Nominierung vor zwei Wochen in Bocholt hatte. In ihrer Rede sagte Beuermann, dass die NRW-Linke Druck machen werde gegen Studiengebühren, gegen ein ungerechtes Schulsystem, das Chancengleichheit verhindert, gegen Sozialabbau, gegen zunehmende Macht der Banken und Energiekonzerne und gegen die Umverteilung von unten nach oben. Und stattdessen für ein soziales NRW kämpfe. Die gesammelten 5,43 Euro werden für „Tiere hinter Gittern“ gespendet, sagte Lohberg am Ende der Aktion.