7. März 2010

Bocholter Linke fordert den Internationalen Frauentag am 8. März zum Feiertag

Die Bocholter Linke fordert, dass der 8. März – der Internationale Frauentag – zum Feiertag wird.  Denn seit mehr als hundert Jahren kämpfen Frauen am 8. März gegen ihre Benachteiligung und für die gleichberechtigte Teilhabe im Beruf und in der Familie – und das mit Erfolg. Aber viele Forderungen stehen auch noch heute nur auf dem Papier.

Für die linke ist Frauenpolitik keine Nische, in der Frauen für Frauen Politik machen. Sie ist eine Aufgabe, die alle politischen Bereiche betrifft.

„Politische Entscheidungen werden immer noch am Leben von Männern gemessen“, kritisiert Linke-Ratsfrau Bärbel Sauer. Von einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter sei die Realität nach wie vor weit entfernt.

Im vergangenen Jahr bekamen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger Lohn als Männer für die gleiche Arbeit. Vom Acht-Stunden-Arbeitstag träumt die Mehrheit der Frauen. Von zwei Millionen Pflegebedürftigen werden 1,4  Millionen zu Hause gepflegt - zu 74 Prozent von Frauen. Da hilft auch der neue Vorstoß von Frauenministerin Schröder nicht. Er  richtet sich allein an  gut verdienende Frauen, die sich eine Lohnkürzung von 25 Prozent leisten können.

Frauen leisten auch in Partnerschaften doppelt soviel Hausarbeit wie Männer und bekommen mit steigender Haushaltsbelastung immer weniger Gehalt. „Pflege, Erziehung und Hausarbeit gelten bis heute nicht als Arbeit“, so Linke-Stadtverbandssprecherin Anita Lohberg.

Allein in NRW arbeiteten 2007 etwa 900.000 Frauen im Niedriglohnbereich. Und: 40 Stunden Erwerbsarbeit würden nicht reichen, um davon zu leben. Mindestlohn gibt es nicht. In Bocholt will die Linke dazu eine entsprechende Ratsanfrage zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 17. März einreichen und vom Bürgermeister Peter Nebelo dazu Auskunft über die Situation in Bocholt erhalten.

„Insbesondere die Agenda 2010 ist Frauenfeindlichkeit“, erklärt Bärbel Sauer. „Nach Hartz IV steht vielen Frauen keine eigenständige Existenzsicherung zu. Diese bekommen sie nur, wenn sie keine Kinder und Partner haben.“

Die Linke fordert  daher den gleichen Lohn für gleiche Arbeit, einen Mindestlohn von zehn Euro und eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich sowie Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, mehr ambulante Pflege und eine Abschaffung der diskriminierenden Hartz IV-Gesetze.

Für Bärbel Sauer und Anita Lohberg war der 8. März schon immer ein besonderer Tag. Schon in den achtziger Jahren machten beide bei den DGB-Frauen in Bocholt am Frauentag mit und veranstalteten gemeinsam mit anderen Frauen und Frauenorganisationen in der Bocholter Fußgängerzone, im Haus der Arbeiterwohlfahrt und im damaligen Schützenhaus Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Frauen. Eine zentrale Forderung war die Forderung nach einer Gleichstellungsstelle für Bocholt, erinnert sich die Linke-Ratsfrau Bärbel Sauer.