8. Juni 2010

Angreifer müssen Rainer Sauer und seiner Ehefrau von der Bocholter Linken 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen

Nachdem der Bocholter Rainer Sauer, Gründer und Mitglied der Bürgerinitiative „No Nazis – Bocholt stellt sich quer“ und Linken-Politiker, seit fast drei Jahren einer regelrechten Hetzjagd durch Übergriffe von Neonazis über sich und seiner Familie ergehen lassen musste, müssen nun zwei mutmaßliche Neonazis im Alter von 20 und 23 Jahren an Rainer Sauer und seiner Ehefrau Bärbel Sauer 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Sollte die Zahlung ausbleiben, wird das vorläufig gegen Auflage eingestellte Verfahren fortgesetzt. Das entschied gestern das Amtsgericht Bocholt.

Der Hintergrund: Rainer Sauer und seine Ehefrau Bärbel Sauer wurden im März 2009 um kurz nach 23 Uhr von den zwei Angeklagten und eine weitere dritte unbekannte Person angegriffen. Beide waren mit ihrem PKW in Fahrtrichtung Rhede auf dem Weg nach Hause. In Höhe des Parkplatzes am Aasee standen die beiden Männer und eine weitere dritte unbekannte Person auf der Gegenfahrbahn. Nachdem die Angreifer Sauers Fahrzeug erkannt hatten, rannten sie hinter dem Fahrzeug her und versuchten es einzuholen. An der Ampelanlage Ecke Uhlandstraße / Hochfeldstraße versuchten sie das Ehepaar durch Gewaltandrohung und vermutlich mit Pfefferspray oder Elektroschocker und Fußtritten gegen das Fahrzeug gewaltsam an der Weiterfahrt zu hindern. Einer der beiden Täter versuchte die Scheibe an der Beifahrertür, hinter der Rainer Sauer saß, einzutreten. Die Türen am Fahrzeug waren verriegelt. Die Täter konnten zunächst entkommen. Doch Fotos aus der Nazi-Szene, die den Sauers vorlagen, führten schließlich dazu, dass zumindest zwei der drei Täter identifiziert werden konnten.

Obwohl einer der beiden Täter eindeutig erkannt wurde, der versucht hatte mit einem Karate-Tritt die Scheibe der Beifahrertür einzutreten, bestritt er die Tat und beschuldigte stattdessen einen Mann aus rechten Szene, der sich derzeit bereits im Gefängnis befindet. Bei seiner polizeilichen Vernehmung sagte der Mann bereits aus, dass er nicht dabei gewesen sei. Gestern hingegen verweigerte der Mann vor dem Bocholter Amtsgericht seine Aussage. Da sich die Angeklagten bereiterklärten, als Schmerzengeld jeweils 500 Euro an die Sauers  zu zahlen, wurde das Verfahren vorläufig eingestellt