Die Linke eröffnet Fraktionsbüro am Ostwall in Bocholt

Michael Frieg

Bocholt, 06.03.2026 – Die Partei Die Linke hat am Freitag ihr neues Fraktionsbüro am Ostwall 14 in Bocholt eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Partei, Nachbarschaft und Zivilgesellschaft nahmen an der Eröffnung teil. In einer gemeinsamen Rede blickten die Stadtratsmitglieder Stefanie Reiser und Michael Frieg auf die vergangenen Monate zurück und skizzierten ihre politischen Ziele für Bocholt.

Unter den Gästen waren unter anderem Vertreter:innen verschiedener der SPD, Grünen, Stadtpartei und Sozialen Liste, Mitglieder des Landesvorstands, Kreis- und Stadtverbandes, Nachbar:innen sowie Bürgermeister Christian Mangen mit seiner Tochter. Auch außerparteilicher Helfer:innen, die beim Aufbau der neuen Strukturen unterstützt haben, wurden ausdrücklich begrüßt.

In ihrer Rede erinnerten Reiser und Frieg an die schwierige Situation Anfang 2024. Politische Differenzen und strukturelle Veränderungen innerhalb der Partei hätten dazu geführt, dass Die Linke in Bocholt zunächst ohne Stadtratsmandate und ohne eigenes Büro dagestanden habe. „Wir hatten kein Büro, kein Lager und keinen festen Versammlungsort mehr“, sagte Michael Frieg. Gleichzeitig habe diese Phase aber auch zu politischer Klarheit und neuen Formen der Zusammenarbeit geführt.

Mit Blick auf die bundespolitischen Entwicklungen und die Bundestagswahl 2025 betonte Stefanie Reiser den Aufschwung innerhalb der Partei. „Die Linke hat bundesweit einen enormen Mitgliederzuwachs erlebt. Auch hier vor Ort merken wir, dass immer mehr Menschen sich engagieren wollen“, sagte sie. In Bocholt hätten Demonstrationen und politische Diskussionen gezeigt, dass viele Bürger:innen sich aktiv für soziale und demokratische Werte einsetzen.

Auch der Kommunalwahlkampf habe diesen Aufschwung widergespiegelt. Während in früheren Jahren nur wenige Personen beim Plakatieren geholfen hätten, seien zuletzt rund 20 Menschen allein in Bocholt aktiv gewesen. „Das zeigt, wie sehr unsere Arbeit inzwischen getragen wird“, so Frieg.

Inhaltlich wollen Reiser und Frieg vor allem soziale Themen stärker in den Mittelpunkt der Kommunalpolitik stellen. Dazu zählen unter anderem bezahlbarer Wohnraum, eine bessere medizinische Versorgung, eine verlässliche soziale Infrastruktur sowie ein ausgebauter öffentlicher Nahverkehr.

„Bocholt ist eine lebenswerte Stadt – aber nur dann, wenn alle Menschen dazugehören und teilhaben können, unabhängig vom Geldbeutel“, erklärte Reiser.

Das neue Fraktionsbüro soll künftig nicht nur ein organisatorischer Ort der politischen Arbeit sein, sondern auch ein Anlaufpunkt für Bürger:innen. In einem der Räume ist eine Sozialberatung nach dem Konzept „Die Linke hilft“ geplant. Dort sollen Menschen Unterstützung bei sozialen Fragen erhalten und konkrete Hilfsangebote vermittelt bekommen.

„Wir wollen auch außerhalb von Wahlkämpfen für die Menschen ansprechbar sein“, sagte Frieg. „Mit dem Büro schaffen wir einen Ort, an dem Gespräche stattfinden und Probleme direkt aufgegriffen werden können.“

Zum Abschluss der Veranstaltung betonten beide Stadtratsmitglieder ihre Motivation für die kommende Ratsarbeit. Ziel sei es, Bocholt sozial gerechter zu gestalten und die Interessen der Bürger:innen im Stadtrat konsequent zu vertreten.