Inklusion braucht Unterstützung – Eindrücke aus der Praxis
Am Mittwoch, den 27.08.2025, waren wir zu Gast bei der Werkstatt für Menschen mit Behinderung Büngern Technik am Standort Büngern.
Schon beim Betreten der Räume war spürbar, mit wie viel Herz, Respekt und gegenseitiger Anerkennung hier gearbeitet wird.
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Wir durften an einer ganz besonderen Führung teilnehmen.
Eine Beschäftigte, die auch Mitglied des Werkstattrates ist, führte uns durch die Anlage und erklärte uns jeden Bereich.
Dafür nutzte sie ihren Sprachcomputer, den sie mit bemerkenswerter Geschwindigkeit bediente.
Sie gab uns viele Informationen – sehr persönlich, mit viel Humor, aber auch mit kritischen Worten.
Wir besuchten die Arbeitsbereiche Metallverarbeitung, Verpackung, Garten- und Landschaftsbau sowie Gruppen für besondere Bedürfnisse, zum Beispiel für sehbeeinträchtigte Beschäftigte. Auch den Förderbereich konnten wir kennenlernen.
Beim anschließenden Austausch berichtete der Werkstattleiter von den großen Herausforderungen.
Die wirtschaftliche Lage wirkt sich direkt auf die Finanzen aus.
Steigende Kosten, unter anderem durch die Anpassung des Leistungsentgelts, erhöhen den Druck. Hinzu kommen unklare politische Rahmenbedingungen.
All das erschwert es, die wichtigen Aufgaben der Werkstatt zu erfüllen. Belastend ist auch die ungesicherte Finanzierung. Aus Sicht der Werkstatt sind die bisherigen Bemühungen des LWLs lediglich Einsparmaßnahmen.
Es braucht ein starkes Bewusstsein in Gesellschaft und Politik. Denn Inklusion und Teilhabe gelingen nicht von allein. Sie brauchen dauerhafte Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen.
Wir vereinbarten, diese Forderungen und das gewonnene Wissen an unsere Genoss:innen auf Bundesebene weiterzugeben. Zudem wollen wir dem Thema „Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ mehr Sichtbarkeit verleihen.
Eine Beschäftigte berichtete von ihrer persönlichen Lebenssituation. Schon während sie Punkt für Punkt erzählte, wurde allen bewusst, wie eindrucksvoll ihre Geschichte ist.
In der Politik liegt der Fokus zwar oft auf mehrfach benachteiligten Personengruppen. Doch ein persönlicher Bericht hat ein ganz anderes Gewicht.
Mit großem Respekt hörten wir von der Situation einer Frau mit Behinderung und Migrationshintergrund. Sie ist Mutter und stark von Armut betroffen.
Ein anderer Beschäftigter sprach über das Gefühl von Ungerechtigkeit bei der Vergütung in Werkstätten. Bisherige Versuche, Politik und Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, blieben erfolglos.
Auch eine Petition vom 24.07.2023 (Petitionsnummer 154313) scheiterte, weil zu wenige Unterschriften zusammenkamen.
Mitarbeiter:innen des Sozialdienstes und die Werkstattleitung ergänzten diese Sichtweisen. So erhielten wir eine wertvolle, mehrdimensionale Perspektive.
Wir bedanken uns herzlich für diesen eindrucksvollen Tag. Wir nehmen viele Eindrücke mit. Und wir wollen das Bewusstsein der Kommunalpolitik auf diese oft vergessene, aber so wichtige Institution lenken.
Michael Frieg & Stefanie Reiser
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Wir durften an einer ganz besonderen Führung durch die gesamte Werkstatt teilnehmen. Eine Beschäftigte, die auch Mitglied des Werkstattrates ist, führte uns durch die Anlage und erklärte uns jeden einzelnen Bereich. Sie kommunizierte mit uns über ihren Sprachcomputer, den sie in bemerkenswerter Geschwindigkeit bediente. So vermittelte sie uns sehr persönlich, mit viel Humor, aber auch mit kritischen Worten zahlreiche Informationen.
Wir lernten verschiedene Arbeitsbereiche kennen, darunter die Metallverarbeitung, den Verpackungsbereich, den Garten- und Landschaftsbau, spezielle Gruppen für besondere Bedürfnisse (z. B. für sehbeeinträchtigte Beschäftigte) sowie den Förderbereich.
Beim anschließenden Austausch berichtete der Werkstattleiter von der herausfordernden Situation der Einrichtung. Die aktuelle wirtschaftliche Lage wirkt sich unmittelbar auf die finanzielle Situation der Werkstatt aus. Steigende Kosten (unter anderem durch die Anpassung des Leistungsentgelts), wirtschaftlicher Druck und bislang unklare politische Rahmenbedingungen erschweren es den Werkstätten erheblich, ihre vielfältigen und wichtigen Aufgaben zu erfüllen. Belastend ist zudem die noch immer nicht abschließend geklärte Finanzierung. Die bisherigen Bemühungen des LWLs seien aus Sicht der Werkstatt vor allem Einsparmaßnahmen.
Es braucht ein starkes Bewusstsein in Gesellschaft und Politik, dass Inklusion und Teilhabe nicht von allein gelingen, sondern dauerhafte Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen erfordern. Wir vereinbarten, diese Forderungen und die gewonnenen Erkenntnisse an unsere Genoss:innen auf Bundesebene weiterzugeben und dem Thema „Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ mehr Sichtbarkeit zu verleihen.
Eine Beschäftigte berichtete eindrucksvoll von ihrer persönlichen Lebenssituation. Während sie Punkt für Punkt ihre Erfahrungen schilderte, wurde allen Anwesenden bewusst, wie bemerkenswert ihre Geschichte ist. Zwar liegt der politische Fokus oft auf mehrfach marginalisierten Personengruppen, doch ein solch persönlicher Bericht erhält ein ganz anderes Gewicht. Mit großem Respekt hörten wir von der Situation einer Frau mit Behinderung und Migrationshintergrund, die Mutter ist und massiv von Armut betroffen ist.
Ein anderer Beschäftigter sprach über seine Wahrnehmung und das Gefühl von Ungerechtigkeit bei der Vergütung in den Werkstätten. Bisherige Versuche, Politik und Gesellschaft dafür zu sensibilisieren, waren erfolglos. So fand auch eine Petition mit dem Titel „Vorübergehende Finanzierung der Grundbeträge in Werkstätten für Menschen mit Behinderung aus öffentlichen Mitteln“ (24.07.2023, Petitionsnummer 154313) aufgrund zu geringer Unterschriften keine weitere Beachtung.
Diese Sichtweisen wurden durch Mitarbeiter:innen des Sozialdienstes und die Werkstattleitung ergänzt. Diese mehrdimensionale Perspektive auf die Gesamtsituation haben wir als sehr wertvoll und bereichernd empfunden.
Wir bedanken uns herzlich für diesen eindrucksvollen Tag. Wir nehmen viele Eindrücke mit und möchten das Bewusstsein der Kommunalpolitik auf diese oft vergessene, aber so wichtige Institution lenken.
Michael Frieg & Stefanie Reiser
