Unser Statement zur Grenzlandkonferenz 2026
Die Grenzlandkonferenz ist mehr als ein protokollarisches Treffen. Sie ist ein zentrales Forum der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Königreich der Niederlande. In einer Zeit, in der europäische Kooperation keine Selbstverständlichkeit mehr ist, sondern politisch verteidigt und praktisch gestaltet werden muss, setzt eine solche Konferenz ein klares Signal: für Dialog statt Abschottung, für Zusammenarbeit statt nationaler Egoismen.
Bocholt ist Grenzstadt. Die Niederlande sind nicht abstrakte europäische Partner, sondern alltägliche Realität – im Arbeitsmarkt, im Bildungsbereich, in der Mobilität, im Handel und im sozialen Leben. Wenn hier über Grenzhindernisse gesprochen wird – etwa bei Anerkennungsverfahren, Pendlerfragen, Sicherheitskooperation oder Infrastruktur – dann betrifft uns das unmittelbar. Deshalb ist es folgerichtig, dass diese Konferenz nicht nur in Großstädten wie Aachen oder Duisburg stattfindet, sondern auch in einer Stadt wie Bocholt, die grenzüberschreitende Praxis täglich lebt.
Mit mindestens 650 Teilnehmenden wird Bocholt sichtbar als handlungsfähige Europastadt auftreten. Das ist ein Imagegewinn – aber nicht nur im marketingstrategischen Sinne. Es geht um konkrete Netzwerke, um Projektpartnerschaften und um einen erleichterten Zugang zu Förderstrukturen. Europäische Zusammenarbeit entsteht nicht allein auf Ministerebene, sondern durch belastbare Kontakte zwischen Kommunen, Verwaltungen, Institutionen und Zivilgesellschaft.
Natürlich ist die Ausrichtung mit organisatorischem Aufwand und einem finanziellen Eigenanteil verbunden. Wir halten diesen – bei einer erwarteten Förderung von 80.000 Euro – für vertretbar, wenn die Veranstaltung professionell umgesetzt wird und nachhaltige Effekte erzielt. Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass die Konferenz nicht nur repräsentativ, sondern inhaltlich wirksam ist: barrierearm organisiert, ökologisch verantwortungsvoll durchgeführt und offen für soziale Akteurinnen und Akteure aus beiden Ländern.
Gerade als Fraktion, die sich einem solidarischen Europa verpflichtet sieht, begrüßen wir jede Initiative, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärkt, Hindernisse abbaut und die Lebensrealität der Menschen in der Region verbessert. Ein starkes, soziales und kooperatives Europa beginnt vor Ort – und Bocholt kann am 2. Dezember 2026 ein sichtbarer Teil davon sein.

